Murer – Anatomie eines Prozesses

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Filmdaten
OriginaltitelMurer – Anatomie eines Prozesses
ProduktionslandÖsterreich, Luxemburg
OriginalspracheDeutsch, Jiddisch, Hebräisch
Erscheinungsjahr2018
Länge137 min Minuten
AltersfreigabeJMK 12[1]
Stab
RegieChristian Frosch
DrehbuchChristian Frosch
ProduktionViktoria Salcher,
Mathias Forberg,
Adrien Chef,
Paul Thiltges
MusikAnselme Pau
KameraFrank Amann
SchnittKarin Hammer
Besetzung

Murer – Anatomie eines Prozesses ist ein Spielfilm von Christian Frosch aus dem Jahr 2018. Die Premiere der österreichisch-luxemburgischen Koproduktion mit Karl Fischer in der Rolle des Franz Murer und Karl Markovics als Simon Wiesenthal erfolgte am 13. März 2018 im Rahmen des Filmfestivals Diagonale, wo die Produktion als Eröffnungsfilm gezeigt und als bester Spielfilm ausgezeichnet wurde.[2][3][4] Der österreichische Kinostart erfolgte am 16. März 2018.[5]

HandlungBearbeiten | Quelltext bearbeiten

In diesem Gerichtsfilm wird anhand originaler Dokumente der Fall des angesehenen steirischen Politikers und Großbauern Franz Murer nachgezeichnet, der im Zweiten Weltkrieg von 1941 bis 1943 einer der Hauptverantwortlichen für die Tötung der Juden in Vilnius gewesen sein soll.[3][4]

1962 wird Murer aufgrund der juristischen Intervention von Simon Wiesenthal in Österreich dafür vor Gericht gestellt. Überlebende des Holocaust reisen an, um gegen ihn auszusagen. Trotz der erdrückenden Beweislage endet der Prozess 1963 mit einem Freispruch.[3][4]

Produktion und HintergrundBearbeiten | Quelltext bearbeiten

Die Dreharbeiten fanden von April bis Juni 2017 in Wien, Niederösterreich und Luxemburg statt. Unterstützt wurde die Produktion vom Österreichischen Filminstitut, dem Filmfonds Wien, Filmstandort Austria (FISA), CINE ART Steiermark und dem Film Fund Luxembourg. Beteiligt war der Österreichische Rundfunk. Produziert wurde der Film von österreichischen Prisma Film, Koproduzent waren die luxemburgische Paul Thiltges Distributions. Für den Ton zeichnete Gregor Kienel verantwortlich, für das Kostümbild Alfred Mayerhofer, für das Szenenbild Katharina Wöppermann und für das Maskenbild Fredo Roeser.[5][6][7]

Regisseur und Drehbuchautor Christian Frosch erklärte, dass er die Produktion nicht als historisierenden, sondern als politischen Film sehe. Er wolle weniger, zum wiederholten Male, die Verbrechen des NS-Regimes nacherzählen, sondern verstehen, wie sich die verschiedenen Gruppen Täter, Opfer und Zusehende in der Republik Österreich darstellten und weiter darstellen. Man könne hier sehen, wie das österreichische Narrativ funktioniere. Es würde nicht auf Verdrängung basieren, sondern bewusst gelogen und verschleiert und so die Täter zu Opfern gemacht und die Opfer zu den eigentlich Schuldigen erklärt.[4]

AuszeichnungenBearbeiten | Quelltext bearbeiten

WeblinksBearbeiten | Quelltext bearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten | Quelltext bearbeiten

  1. Alterskennzeichnung für Murer – Anatomie eines Prozesses. Jugendmedien­kommission.
  2. a b orf.at: „Murer“ und Geyrhalter-Doku holen Hauptpreise. Artikel vom 17. März 2018, abgerufen am 17. März 2018.
  3. a b c orf.at: Diagonale eröffnet mit „Murer“. Artikel vom 25. Jänner 2018, abgerufen am 26. Jänner 2018.
  4. a b c d Diagonale: Eröffnungsfilm’18: Murer – Anatomie eines Prozesses. Abgerufen am 26. Jänner 2018.
  5. a b Österreichisches Filminstitut. Abgerufen am 26. Januar 2018.
  6. Filmfonds Wien: Murer – Anatomie eines Prozesses. Abgerufen am 26. Jänner 2018.
  7. Prisma Film: Murer – Anatomie eines Prozesses. Abgerufen am 26. Jänner 2018.
  8. orf.at: Viennale 2018: Preisregen und gute Auslastung. Artikel vom 8. November 2018, abgerufen am 8. November 2018.