Schneefälle in Mitteleuropa im Januar 2019

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Schneefälle in Europa, Januar 2019
Großwetterlage, 12. auf 13. Januar: Hoch Angela, Umstellung auf stürmische Nordwestströmung
Großwetterlage, 12. auf 13. Januar: Hoch Angela, Umstellung auf stürmische Nordwestströmung
Aktionszentren Blockierendes Hoch Angela; Tiefs André/Alfrida, Sophia, Benjamin, Christof, Donald/Jan, Florenz
Unwetter Starkschnee
Daten
Beginn 1. Januar 2019
Höhepunkt 4.–14. Januar 2019 (Schneefall)
Folgen
Betroffene Gebiete Alpen; auch Karpatenöstliches Mittelmeer, Skandinavien

Die Schneefälle im Januar 2019 sind ein Starkschneeereignis in Mitteleuropa und anderen Gebieten Europas seit Anfang Januar 2019.

Die Schneefallperiode endete um den 15. Januar, die hohe Lawinengefahr im Alpenraum wird aber weiter anhalten, und es sind in allen Starkschneegebieten auch Hochwässer durch Schneeschmelze möglich.[1]

Meteorologische GrundlagenBearbeiten | Quelltext bearbeiten

VerlaufBearbeiten | Quelltext bearbeiten

10. Januar: Hüfthoch Neuschnee und übermannshohe Scheehaufen (Zentralmühlviertler Hochland, eine Randzone des Ereignisses).

Verursacht wird der Starkschnee durch eine kräftige Mischzone von entlang einer Omega-Lage nach Mitteleuropa einströmenden feuchten Atlantik- und polaren Kalt-Luftmassen. Ein blockierendes Hoch über den Britischen Inseln (Angela)[2] und mehrere Tiefdruckkomplexe über Skandinavien steuern diese Nordströmungen gegen den Alpenraum.[3][4][5][6] Dadurch kam es zu längerandauerndem intensivem Stauniederschlag am Alpennordrand, mit stürmischen Winden in Höhenlagen.[7][8] Zugrunde liegt eine starke Oszillation des Jetstreams, die zu einem vergleichsweise schmalen Band der Ereignisse führt.[9]

Betroffen ist von Beginn an der nördliche Ostalpenraum[10][11] (Tiefs André[3] – in Skandinavien Alfrida[12] – und Benjamin[4]). Durch Verwehungen entsteht hohe Lawinengefahr.[13][14] Besonders ungünstig ist die zeitweise Temperaturzunahme durch Warmfronten (Benjamin und Donald[5] – in Skandinavien Jan[12]), Leichtschnee wurde in den tieferen Lagen von zunehmendem Nassschnee überlagert, und gebietsweise regnete es in die hohen Schneedecken der Vortage.[15] Die Schneefälle waren schon in den ersten Woche extrem ergiebig: Im Ausseerland waren in vier Tagen 1,80 Meter Schnee gefallen (Bad Aussee 2.–6. 1.; Loser Berg zu der Zeit 3,90 m Schneehöhe),[16] verbreitet in Nordstaulagen bis 1 m.[8] In Hochfilzen (Tirol, 960 m, 1.–10. 1.) summierten sich in 10 Tagen über 3 Meter Neuschnee.[17]

Nach einer kurzen Entspannung im Alpenraum setzte über das Wochenende 12./13. Januar hinaus nochmals ergiebiger Niederschlag ein (Tief Florenz),[6] mit bis zu einem weiteren Meter Neuschnee.[18][17][19] Dieser dauerte bis Dienstag, den 15. Januar, dann setzte sich Hochdruckeinfluss durch.

Eine Besonderheit ist die scharfe Südgrenze des Niederschlagsraumes am Alpenhauptkamm, die Südhälfte der Alpen hat starken Nordföhn, und kaum Niederschlag. Auch die Westalpen sind nur am Rande betroffen. Auf der Schweizer Alpensüdseite wuchs sich der Nordföhn zum Sturm an.[20] Auch am Westrand des Scheefallraumes herrschte Wind vor, mit einer über zwei Wochen andauernden Mistral-Periode im französischem Rhonetal.[21]

Das erste der Skandinavientiefs (André/Alfrida) verursachte Sturm und gröbere Sturmfluten in Südskandinavien,[22][9] das zweite (Benjamin) Sturm an der Nordseeküste (leichte Sturmfluten) und im Nordstau des Erzgebirges.[23] Ähnlich prekäre Verhältnisse wie in Zentraleuropa herrschen durch die nördlicher abziehenden Tiefs (André/Alfrida, Sturmtief Donald/Jan, Eugen) auch in Nordnorwegen, mit Verwehungen und ebenfalls mit hoher Lawinengefahr.[5][24][25][22]

Parallel kam es im östlichen Mittelmeerraum und Schwarzmeergebiet durch Tiefs (Sophia,[3][26] Christof[5]), die von Süden auf die kontinentale Kaltluft treffen, zu Unwettern.[9] Mit einem Kaltluftvorstoß aus Nordosten[4][10][27] gab es auch im Karpatenraum und im Adriaraum[28] zunehmend intensiveren Niederschlag, der mit unüblichem Schneefall und Starkregen bis in den Nahen Osten reichte,[9][29] sowie strengen Frost im Balkanraum bis Nordgriechenland (8. Januar Vásárosnamény in Nordostungarn −18,6° C;[30] Florina in Westmakedonien um −21° C).[31] In der Mischzone der Atlantik- und Mittelmeertiefs südlich der Alpen, in Nordwestitalien, gab es schwere Wintergewitter.[32]

KNMI Analyse 2019010500.gif
Großwetterlage und Aktionszentren, Freitag, 4. auf Samstag, 5. Januar (00 UTC):[3] Hoch Angela über den Britischen Inseln, Tief André über dem Baltikum und Sophia über der Ägäis. Stauniederschläge in den Ostalpen und Südosteuropa.
2019-01-07.Terra.MODIS.125m.Tirol.jpg
Alpenbogen etwa vom Arlberg bis ins Salzkammergut am Montag, 7. Januar. Erkennbar sind die dichte Bewölkung im Nordstau vom Alpenhauptkamm nordwärts bis ins Alpenvorland, und die Leewellen des Nordföhns südlich davon, Süd- und Osttirol, Oberkärnten sind bis auf die Höhenlagen schneefrei und teils wolkenlos. (Terra-MODIS-Satellitenbild)
KNMI Analyse 2019010812.gif
Wetterlage Dienstag, 8. Januar, 12:00 UTC:[4] Auftreffen der breiteren Front von Tief Benjamin (über der Ostsee) auf den Alpen-Karpatenraum; charakteristische Omega-Lage (Ω) über dem Nordatlantik; zwischen den beiden Aktionszentren ein Sturmkanal über der Nordsee.
CPC-NWS-NOAA CDAS 200-hPa HT Anoms 09JAN2019.png
Weltkarte der 200-hPa-Druckflächen-Anomalien, 9. Januar: rechts bzw. links oben das mächtige Hoch (Angela) über dem Nordostatlantik, Tief über Südosteuropa (Christof) und die Spur der Jetstream-Welle; Kaltlufteinbrüche auch in Zentralasien, vor Japan, entlang der Nordamerikanischen Westküste und über Süd-Südamerika (Grafik NCEP Climate Data Assimilation System).
KNMI Analyse 2019011000.gif
Wetterlage Freitag, 11. Januar, 00:00 UTC:[5] Höhentiefs über der Adria und dem Baltikum, zwischen dem Mittelmeertief Christof und dem Sturmtief Donald hoch im Norden.

KlimatologieBearbeiten | Quelltext bearbeiten

Die starke Oszillation des Jetstreams und gestörte Westwinddrift wird durch ein Aufspaltungen des Polarwirbels in mehrere Zentren (Polar vortex split) angeregt.[9][33] In den letzten Dezembertagen war es zu einer kräftigen plötzlichen Stratosphärenerwärmung (Sudden stratospheric warming) gekommen.[33] Diese in unregelmäßigen Abständen auftretenden Klimaphänomene bringen hohe Dynamik in das Wettergeschehen der Nordhalbkugel. Davor hatten im Hitze-Sommerhalbjahr 2018 extrem statische Verhältnisse vorgeherrscht. Parallel gab es auch in Nordamerika und Zentralasien ähnliche Wintereinbrüche.[33]

Neuschneesumme (S) / Schneedeckenhöhe (H),[34] Jan. 2019 [in cm]
Ort Ld. H 15.1. S 1. – 15.1. S 1. – 10.1. J seit
Windischgarsten 600 148 5–10 (1896)
Bad Mitterndorf 810 Stm 270 100 (1971)
Bad Aussee 660 Stm 300 30–50 (1971)
Ramsau a. D. 1140 Stm ~130 ~170
Abtenau 715 Sbg 240 >100 (1964)
Lofer 630 Sbg 263 ~170 >100 (1971)
Hochfilzen 960 Tir ~200 451 311 >100 (1971)
Kufstein 505 Tir 168 >100 (1923)
Seefeld i.T. 1180 Tir ~150 283 208 >100 (1895)
Holzgau 1115 Tir 170 10 (1895)
Schröcken 1270 Vbg 310 5 (1926)
Malbun 1610 LI 169 J½ (1971)
St. Antönien 1510 GR 180 357 >30 J½ (1945)
Arosa 1845 GR 205 J½ (1953)
Quelle: LAWIS[35]/ZAMG,[36][17] SLF[37]/MeteoSchweiz[38] – 2. Spalte … Seehöhe in m (ü.A./ü. M.), gerundet; J … statistische Wiederkehrzeit in Jahren; * … neuer Allzeit-Rekordwert (S), J½ … Rekord für 1. Janaurhälfte (H) – jeweils seit Meßbeginn.

Die Schneemengen erreichten schon in der ersten Woche Ausmaße wie die Schneefälle Januar/Februar 2006.[39] Nach ersten Analysen des österreichischen Wetterdienstes, der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG), waren die Neuschneemengen vom Tiroler Unterland über Salzburg bis hin zur Dachstein- und Hochkarregion schon per 10. Januar als 30- bis 100-jährliches Ereignis einzustufen,[17][40] per 15. Januar teilweise mehr als 100-jährig.[36] Laut dem WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF liegt in der Schweiz am östlichen Alpennordhang, in Nord- und Mittelbünden sowie im Unterengadin etwa doppelt bis dreimal so viel Schnee wie zu dieser Jahreszeit üblich, gebietsweise gar so viel wie noch nie so früh im Jahr.[38][41]

Schneemengenrekord[34] im Alpenraum hatte Hochfilzen an der tiroler-salzburgischen Grenze, mit 450 cm Neuscheefall in 14 Tagen, St. Antönien im Prättigau meldete 360 cm.[37] Lackenhof am Ötscher (Niederösterreich) hatte beispielsweise mit 1,90 m den zweithöchsten Schneehöhenwert seit Messbeginn (1919/20; Januar 1923: 210 cm).[40]

Eine solche großflächige Lawinenwarnstufe 4–5 hatte es in den Alpen auch schon im Vorjahr (Januar 2018) oder im Lawinenwinter 1998/1999 gegeben.

FolgenBearbeiten | Quelltext bearbeiten

Gravierende Folgen hat der Starkschnee in Österreich insbesondere in der nördlichen Steiermark, dem südlichen Nieder- und Oberösterreich, dem ganzen Land Salzburg, in Tirol und Vorarlberg. Im Laufe des Ereignisses[42] weiteten sich die Extrem-Schneefälle auf den Süden und Nordosten von Bayern, Sachsen, und später die Ost- und Zentral-Schweiz und das Ober-Kärnten aus. Auch im Norden Norwegens war die Schneesituation kritisch.[42] Sturm traf in den ersten Januartagen auch Dänemark und Schweden.[9] Von Schnee betroffen waren auch Griechenland,[43][31] Italien,[28] die Türkei, die Krim und sogar der Libanon[9] und Israel, wo es zu Starkniederschlägen kam.[29] Kälte herrschte besonders in Serbien und Rumänien.[42]

Erste Schätzungen für des Schadensausmaß liegen für Österreich bei um die 30–40 Mio Euro für Versicherungsfälle, ähnlich wie 2006.

EreignisseBearbeiten | Quelltext bearbeiten

Bereits am Freitag, den 4. Januar kam es in Österreich mit bayrischem Grenzraum zu etlichen Straßen- und Bahnstreckensperren und Behinderungen im Flugverkehr wegen Schneeverwehungen, Schneebruch von Bäumen, Unfällen oder Lawinengefahr, mit umfangreicheren Staus im Weihnachtsferien-Rückreiseverkehr.[44][45] Am Mittwoch, den 9. weiteten sich die Verkehrsbehinderungen mit Schneetreiben auf weitere Teile Deutschlands aus. Der Sturm in Südskandinavien sorgte ebenfalls für größere Behinderungen,[46][47] auf der Storebælt-Brücke zwischen Dänemark und Schweden kam es zu einem Eisenbahnunfall am 3. Januar, mit acht Todesopfern. Bei Leogang (Land Salzburg),[48] bei Siegsdorf (Bayern)[49] und am Brocken im Harz[50][51] gab es Zugsunfälle ohne Personenschaden.

Baumbruch-kritischer Straßenabschnitt (9.1., bei Bad Leonfelden, OÖ)

Im steirischen Ennstal, Inneren Salzkammergut, Land Salzburg, im Nordtirol, Vorarlberg und Oberbayern waren Orte zeitweise oder sind teils noch andauernd von der Außenwelt abgeschnitten,[52] so Radmer, am Präbichl, die Sölktäler, am Obertauern,[44] Hallstatt und Obertraun, die Gosau, im Kühtai, Ziller-, Pitz- und Kaunertal, im Paznaun, am Arlberg, im hinteren Montafon sowie in der Jachenau und bei Berchtesgaden (Bayern).[13][14][53][54] Davon betroffen waren zeitweise in der Größenordnung von 10000 Einheimischen und Urlaubsgästen. Im Raum PölstalHohentauernPusterwald (Obersteiermark) wurde am 7. der Katastrophenalarm ausgerufen,[55][56] später auch am Hochkar im Mostviertel (Niederösterreich),[14] sowie in Miesbach und im Landkreis Traunstein sowie für Teile des Landkreises Berchtesgadener Land (Bayern).[54] Es wurden ab 5. Januar auch Evakuierungen wegen drohendem Lawinenabgang notwendig (St. Johann am Tauern,[44] Schigebiete Hochkar, Loser[57]). Versorgungs- und Erkundungsflüge sind wegen der Sicht und dem Wind nur sehr eingeschränkt möglich. In der Obersteiermark und Vorarlberg wurde das Bundesheer für den Assistenzeinsatz in der Notversorgung angefordert.[52][14] Am 9. war auch ein Orte im Erzgebirge, Carlsfeld, isoliert.[54] Die gut prognostizierte Niederschlagslücke an den Alpen um den Freitag, den 11. Januar,[58] wurde für zahlreiche Lawinensprengungen genutzt, womit etliche Straßensperrungen wieder aufgehoben werden konnten.

Mit der Schneefront des Wochenendes vom 12./13. wurde die Lage wieder prekär, diesmal auch in Oberkärnten und Osttirol, und im Raum Ost- und Zentralschweiz.[1] Isoliert waren Tweng im Lungau, das Großarltal, Raurisertal, Glemmtal, und das Salzburger Saalachtal (Unken, Lofer),[59][60] das Ötztal und wieder das Paznaun und die Arlbergregion,[60] sowie Disentis in der bündnerischen Surselva.[61] Alleine im Land Salzburg waren über 40.000 Menschen eingeschlossen.[60] Zeitgleich kam es auf Spitzbergen (Svalbard) wegen des Winterorkans zu Evakuierungen.[25]

Am Montag, den 7. Januar, herrschte schon weitgehend im gesamten Hochgebirgsraum der Ostalpen die Lawinenwarnstufe 4.[55] Am folgenden Tag setzten die Lawinenkommissionen für die Berggebiete fast der ganzen Obersteiermark, der Ybbstaler Alpen, und der Oberösterreichischen und Salzburger Kalkhochalpen auf die höchste Stufe 5.[14] Nach kurzer Entspannung wurde am 13. Januar in Salzburg, Tirol und Vorarlberg wieder Stufe 5 festgestellt,[60] und diesmal auch im Raum Zentralschweizer und Berner Alpen.[19] Lawinen auf der Schwägalp (Ostschweiz, 10. Januar),[62] Oberntauern (Salzburg) und Brixen im Thale (Tirol, beide 14. Januar)[60] und am Ortsrand von Ramsau am Dachstein (Steiermark, 15. Januar)[63] schädigten einzelne Häuser teils mit Leichtverletzen. Lawinen in Warth (Arlberggebiet), die die Dorfmitte erreichte, und am Pass Strub (Saalachtal, beide 14. Januar), die die erst kurz vorher gesperrte überregionale Durchzugstraße verschüttet, blieben ohne Schäden.[60] Sonst traten bisher keine großen Schadlawinen auf. Trotz der in allen Medien publizierten Warnungen gab es aber mehrere Lawinentote im freien Gelände.[55][56][14][42][59][64] Lawinenopfer gab es auch in Norwegen (bei Tromsø).[42]

Die Feuerwehr schaufelt den Schnee von einem Flachdach (11.1., Berchtesgaden, BY)

Auf Grund der Erfahrungen, die mit den zahlreichen Halleneinstürzen wegen der hohen Schneelasten Winter 2006 gemacht wurden, kümmerten sich die Einsatzkräfte frühzeitig um Hilfeleistung beim Abschaufeln von Dächern. Auch dazu wird zusätzlich zu den einheimischen Kräften das Bundesheer eingesetzt, wie auch Polizeieinheiten, und zahlreiche Züge von freiwilligen Feuerwehren aus den weniger betroffenen Regionen der Alpenvorländer im Rahmen des Katastrophenhilfsdiensts. Das betrifft hauptsächlich die feuchteren Tieflagen im Traunviertel, im Salzkammergut, im Salzburger Flachgau, und im Vorarlberger Rheintal. Größere Bauschäden waren bis zum Wochenende 12./13. kaum zu vermelden. Es gab aber Todesopfer bei Arbeitsunfällen.[60]

Die Sturmfluten in Dänemark (lokal von 20-jährigem Ausmaß) sorgten ebenfalls für größere Schäden.[47] In Beirut (Libanon) gab es nach den starken Niederschlägen eine Schlammflut,[42] in Galiläa und am Golan (Israel) großräumigere Überflutungen.[29] Die Kälte in Südosteuropa forderte in Rumänien Menschenleben.[42]

Betroffen ist auch die Stromversorgung durch Baumbruch, auch außerhalb der Alpen im Hausruck, Mühlviertel und im Bayerischen Wald, wo weniger die Schneemengen als der Nassschnee ein Problem sind.[55] Längerfristige Stromausfälle konnten aber vermieden werden.[13] In Südschweden kam es durch den Sturm zu Monatsanfang zu umfangreicheren Netzzusammenbrüchen.[65]

Zahlreiche Skigebiete in Österreich mussten zeitweise ihren Betrieb einstellen, weil der Pistendienst nicht mehr möglich war.[14] Ungeachtet einer teils übertriebenen Berichterstattung der Medien über die Zustände hielten sich Stornierungen von Gästen auch in den stark betroffenen Regionen in Grenzen.[66]

Problematisch wurden Fälle, bei denen fahrlässige Personen nicht nur sich, sondern bei Unfall auch Andere, und insbesondere die Rettungskräfte in Gefahr bringen. Neben dem bekannten Problem leichtsinniger Wintersportler gab es zunehmend Meldungen, dass Straßensperren ignoriert oder gar weggeräumt werden. Bei Wildalpen wurde eine Urlaubergruppe auf gesperrter Straße in den Fahrzeugen fast von einer Lawine verschüttet.[67] An der Katschbergstraße wurden mehrfach die festinstallierten Schranken abmontiert, Ermittlungen wegen schwerer Sachbeschädigung wurden eingeleitet.[68] Von zahlreichen Straßenmeistereien wurde dazu übergegangen, massive Schneebarrikaden auf gesperrten Straßen zu errichten und damit zu verhindern, dass diese Sperren umfahren werden können.[69]

WeblinksBearbeiten | Quelltext bearbeiten

 Commons: Winter 2018–2019 in Europa – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten | Quelltext bearbeiten

  1. a b Nach Schnee droht den benachbarten Alpenregionen das Hochwasser. SRF.ch, 13. Januar 2019.
  2. Ein Azorenhoch-Ausläufer, hervorgegangen aus dem Omegalagen-artigen Südeuropa-England-Komplex Hugo/Ignatius ab Weihnachten; vergl. Prognose für 24. und 28.12.18, DWD/FU Berlin.
  3. a b c d DWD-Wetterkarte Prognose für Fr 04.01.19, 12:00 UTC Website der Freien Universität Berlin;
    Wetterlage vom 5. Januar 2019, 0 UTC. ZAMG: Aktuelle Wetterkarte und Kartenarchiv;
    Modèles − Archives des réanalyses du NCEP, Samdi 5. Janvier 2019, 7:00 locale. Meteofrance: meteociel, meteociel.fr (insb. Précipitations en 6 heures (mm), risque de neige).
  4. a b c d Prognose für Di 06.01.19, 12:00 UTC, FU Berlin; Wetterlage vom 8. Januar 2019, 0 UTC. ZAMG.
  5. a b c d e Prognose für Do 10.01.19, 12:00 UTC, FU Berlin; Wetterlage vom 11. Januar 2019, 0 UTC. ZAMG.
  6. a b Prognose für So 13.01.19, 12:00 UTC, FU Berlin; Wetterlage vom 13. Januar 2019, 06 UTC. ZAMG; Réanalyses NCEP, Dimanche 13. Janvier 2019, 7:00 locale. meteociel.
  7. Ist der Winter auf Kurs? In: MeteoSchweiz-Blog, 4. Januar 2019.
  8. a b Teils starker Schneefall am Rückreise-Wochenende. ZAMG: Wetter News, 4. Januar 2019.
  9. a b c d e f g Europe Weather Pattern Generates Feet of Snow, Coastal Flooding, Even Middle East Snow, Dust. Jonathan Erdman auf Cat6 (wunderground.com), 9. Januar 2019 – insb. Grafik European's Pattern First Week of Jan. 2019.
  10. a b Lawinengefahr steigt: Große Neuschneemengen kommen. ORF.at, 7. Januar 2019 – mit Lawinen-Warnstufenkarte 7. Januar 2019.
  11. Erneut rote Schneewarnung – Zum zweiten Mal innerhalb von vier Tagen hat die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) die höchste Warnstufe ausgegeben (rote Warnung). ZAMG: Wetter News, 8. Januar 2019 – mit Wetter-Warnstufenkarte 8. Januar 2019.
  12. a b Skandinavien hat ein anderes Benennungssystem für schwere Stürme; siehe Namensvergabe für Wetterereignisse: Skandinavien.
  13. a b c Österreich kämpft gegen Schneemassen. ORF.at, 8. Januar 2019 – mit Lawinen-Warnstufenkarte 8. Januar 2019, 18 Uhr.
  14. a b c d e f g Immer mehr Skigebiete gesperrt. ORF.at, 9. Januar 2019 – mit Lawinen-Warnstufenkarte 9. Januar 2019, 12 Uhr.
  15. Gemischte Packung. Kräftige Nordstaulage. Noch mehr Schnee. In: MeteoSchweiz-Blog, 8., 9. resp. 10. Januar 2019.
  16. Wetterberuhigung währt nicht lange. Abschnitt Niederschlagspause. In: MeteoSchweiz-Blog, 7. Januar 2019.
  17. a b c d Vorerst keine Entspannung der Schneesituation. ZAMG: Wetter News, 10. Januar 2019 – mit Karte Differenz der Gesamtschneehöhe (mit Setzung und Schmelze) 29. Dez 2018, 00 UTC bis 10. Jan 2019, 10 UTC: grau/schwarz > 200 cm, pink/lila > 75 cm (SNOWGRID-Analyse, ZAMG).
  18. Ist der Winter auf Kurs? In: MeteoSchweiz-Blog, 9. Januar 2019.
  19. a b Ausgeprägte Nordstaulage. In: MeteoSchweiz-Blog, 13. Januar 2019.
  20. Schnee im Schweizer Alpenraum. In: MeteoSchweiz-Blog, 14. Januar 2019.
  21. Le mistral n'en finit plus de souffler ! Meteo France: Actualité, 9. Januar 2019;
    Er weht und weht und weht: Der Mistral. In: DWD: Thema des Tages, 15. Januar 2019
    – die längste Mistralperiode (mit Böen von 80 km/h) in Orange seit 1965.
  22. a b Alfrida och Jan - januari 2019. Schwedischer Wetterdienst (SMHI.se), 4. Januar 2019 (letztes Update 14. Januar 2019).
  23. Tief Benjamin ist auf dem Weg. In: DWD: Thema des Tages, 7. Januar 2019.
  24. Nå blåser det opp i nord – kan bli orkan på Svalbard. Norwegischer Wetterdienst (YR.no/NRK.no), 8. Januar 2019 (‚Jetzt bläst es im Norden, kann auf Svalbard zum Orkan werden‘).
  25. a b Donald sorgt für Evakuierung auf Spitzbergen. In: DWD: Thema des Tages, 12. Januar 2019.
  26. Dieser Name wurde in Griechenland vergeben; die FU Berlin benennt nur diejenigen Aktionzentren, die in Deutschland wetterwirksam sind. Die Hochs und Tiefs des Mittelmeerraums und Südosteuropas bleiben typischerweise unberücksichtigt; siehe Namensvergabe für Wetterereignisse: Zentraleuropa und Mittelmeerraum und Osteuropa.
  27. Napos idő a közelgő melegfront előtt. Ungarischer Wetterdienst (OMSZ): met.hu > Aktuális időjárás > Időjárási helyzet, 7. Januar 2019 (‚Aktuelles Wetter: Sonnige Phase vor bevorstehender Warmfront‘) – mit Höhentemperaturkarte des Kaltlufttropfens.
  28. a b Allerta Meteo, nuova ondata di freddo tra Balcani e Italia fino al 9 Gennaio: ancora neve sugli Appennini e temperature fino a -10°C sotto le medie. meteoweb.eu, 7. Januar 2019 – Wetterkarten.
  29. a b c Heftige Regenfälle im Norden. In: Israel Heute online, Montag, 14. Januar 2019
  30. Megdőlt az idei hőmérsékleti szezonrekord. met.hu > Aktuális időjárás > Időjárási helyzet, 7. Januar 2019 (‚News: Neuer tiefster Kälterekord der Saison‘).
  31. a b Record Low Temperatures Recorded in Florina, Northern Greece. Tasos Kokkinidis in greekreporter.com, 8. Januar 2019.
  32. Meteo Italia: la tempesta del 7-9 gennaio 2018 sul Nord Ovest. Davide Santini in: Tempo Italia, 13. Januar 2019.
  33. a b c The Polar Vortex Has Fallen Apart, Which Could Unleash a Much Colder End to January. Jonathan Belles, Jon Erdman auf Cat6 (wunderground.com), 13. Januar 2019.
  34. a b Neuschneesumme und Schneedeckenhöhe nicht direkt vergleichbar; die Schneehöhen in Österreich, Deutschland wie der Schweiz waren zu Jahresbeginn in Höhenlagen unterdurchnittlich; in Tieflagen kaum Schnee, dafür dort während der zwei Wochen deutliche Setzungen der Decke durch Regen.
  35. European Avalanche Warning Services (LAWIS.at), laufende Daten, abgerufen 16. Januar 2018.
  36. a b Stellenweise Neuschneerekorde. ZAMG: Klima News, 15. Januar 2019 – mit Tabelle.
  37. a b Ende der ausserordentlichen Schnee- und Lawinenlage.] SLF News, 15. Januar 2019.
  38. a b Schnee von gestern. In: MeteoSchweiz-Blog, 15. Januar 2019 – mit Karten Neuschnee 3 Tage (per 15. Jan.) und Schneehöhe im Vergleich zum langjährigen Mittel (14. Jan.), und Tabellen.
  39. Auch das Ereignis 2006 wurde als lokal zumindest 100-jährlich eingestuft.
  40. a b Schnee- und Regenwarnung – Update . ZAMG: Wetter News, 12. Januar 2019.
  41. Schnee ohne Ende - Neuer Schnee-Rekord in Arosa . Nicole Glaus, Gaudenz Flury in SRF.ch, 13. Januar 2019 – mit Tabelle.
  42. a b c d e f g Europe Snow, Storms Kill 14, 2 Missing; Avalanche Risk High. Und Europe Snow: Avalanche Hits Swiss Hotel; Death Toll Rises to 26. In: Cat6 (wunderground.com), 9. resp. 13. Januar 2019.
  43. Greece Braces for Heavy Snowfall From Storm ”Sophia”. Nick Kampouris, greekreporter.com, 2. Januar 2019.
  44. a b c Staus, Straßensperren und Flugausfälle. ORF.at, 5. Januar 2019.
  45. Schnee sorgt für Sperren, Staus und Flugausfälle in Österreich. In: Die Presse online, 5. Januar 2019.
  46. Strong winds roar across central Sweden. In: Sveriges Radio online, 2. Januar 2019.
  47. a b Storm floods wreak havoc in southern Denmark. In: Copenhagen Post online (cphpost.dk), 3. Januar 2019.
  48. Winterwetter: Schnee brachte Lawinengefahr und Verkehrschaos. In: Tiroler Tageszeitung online (tt.com), 6. Januar 2019.
  49. Siegsdorf: Schneelast zu groß – Baum stürzt auf Zug. In: Abendzeitung München online, 7. Januar 2019.
  50. Brockenbahn im Schnee festgefahren – Wintereinbruch erwartet. MDR.de, 9. Januar 2019.
  51. Brockenbahn nach erneuter Schneepanne wieder frei. NDR.de, 13. Januar 2019.
  52. a b Schneechaos: Zahlreiche Orte bereits abgeschnitten. In: Oberösterreichische Nachrichten online (nachrichten.at), 5. Januar 2019.
  53. Schneefall lässt weiterhin nicht nach. ORF.at, 9. Januar 2019.
  54. a b c Gefangen im Schnee. Tagesschau online (tagesschau.de), 10. Januar 2019.
  55. a b c d Katastrophenzustand in steirischen Orten. ORF.at, 7. Januar 2019.
  56. a b Schneemassen: Weitere Zuspitzung erwartet. ORF.at, 7. Januar 2019.
  57. Schneechaos: Ortschaften eingeschlossen, schulfrei im Flachgau. In: Oberösterreichische Nachrichten online (nachrichten.at), 7. Januar 2019.
  58. Es wird noch einmal kritisch. ORF.at, 12. Januar 2019.
  59. a b Lawinengefahr steigt wieder. Und Zahlreiche Orte abgeschnitten. ORF.at, beide 13. Januar 2019.
  60. a b c d e f g Lage bleibt prekär. Lawine ging bis in Dorfmitte ab. ORF.at, 14. Januar 2019.
  61. Disentis wegen Lawine nicht mehr erreichbar. SRF.ch, 13. Januar 2019.
  62. Nach Schwägalp-Lawine - Jetzt kann der Schnee geräumt werden. SRF.ch, zuletzt aktualisiert 11. Januar 2019.
  63. Hotel von Lawine verschüttet. ORF.at, 15. Januar 2019.
  64. Lawinenalarm in den Bergen - Hier sorgt der Schnee für Probleme . SRF.ch, 15. Januar 2019.
  65. Thousands still without electricty after Storm Alfrida. In: Sveriges Radio online, 3. Januar 2019.
  66. Verzicht auf Freeride-Werbefotos: "Wollen niemanden verleiten". In: Salzburger Nachrichten online, 11. Jänner 2019.
  67. Lawinengefahr: Leichtsinn fordert Einsatzkräfte. steiermark.ORF.at, o. D. (6. Januar 2019).
  68. Unbekannter montierte Lawinensperren ab. salzburg.ORF.at, o. D. (14. Januar 2019).
  69. "Schaut fürchterlich aus" inden OÖ Nachrichten vom 16. Januar 2019 abgerufen am 16. Januar 2019